Inhalieren bei Erkrankungen der unteren Atemwege

Natürliche Inhalationstherapie mit salzhaltiger Luft: Einatmen und Aufatmen

Die heilsame Wirkung salzhaltiger Luft wurde schon früh entdeckt. Nicht ohne Grund gehen Menschen, die unter akuten oder chronischen Atemwegserkrankungen mit Husten leiden, regelmässig in Seeheilbäder oder Salzgrotten zur Inhalation der salzhaltigen Luft. Das therapeutische Einatmen feuchter, salziger Luft ist wohl eine der ältesten Formen der Atemwegstherapie. Die mit Salz angereicherte Luft fördert die Befeuchtung der Schleimhaut, dadurch löst sich der festsitzende Schleim und wird durch produktives Abhusten aus den Atemwegen abtransportiert. Ein Wirkprinzip, das sich auch in der modernen Inhalationstherapie wiederfindet.

Inhalationstherapie bei allergischem Asthma, Bronchitis, COPD und Mukoviszidose

Die Atmung ist eine wichtigste Funktion des menschlichen Körpers. Ohne den beständigen Sauerstoffaustausch wären Menschen nicht überlebensfähig. Deshalb sind Krankheiten, die die Lungenfunktion einschränken und erschweren, besonders belastend für Betroffene. Dazu zählen u.a. Asthma bronchiale oder allergisches Asthma, Infektionskrankheiten, wie akute oder chronische Bronchitis oder Lungenentzündungen, sowie eine chronisch obstruktive Bronchitis (COPD) bis hin zur genetisch vererblichen Mukoviszidose (CF).

Ein Hauptsymptom dieser Erkrankungen ist in erster Linie das Husten, ein wichtiger Reflex des Körpers, um schadhafte Stoffe und Ablagerungen in den Bronchien nach außen zu befördern. Reicht der Hustenreflex nicht aus, um z. B. die Krankheitserreger los zu werden, kann es helfen, das Abhusten von Schleim mit einer Inhalationstherapie sanft zu fördern. Durch Einatmen von verdampftem Wasser, welches mit Inhalationsmitteln versetzt ist, oder von gebrauchsfertigen Inhalationslösungen kann die natürliche Reinigungsfunktion der Atemwege reaktiviert und unterstützt werden.

Zur Verdampfung dieser flüssigen Inhalationsmittel können z. B. moderne pressluft- oder ultraschallgetriebene Inhalatoren, sowie Inhalatoren mit Schwingmembrantechnik verwendet werden. Sowohl im akuten Krankheitsfall als auch bei chronischen Erkrankungen der unteren Atemwege: Mit der richtigen Inhalationstherapie kann der Husten gelindert sowie die Symptomatik positiv beeinflusst werden, Atembeschwerden können abklingen.

Die Atmung: Inspiration und Exspiration

Ein erwachsener Mensch atmet im Durchschnitt 16-18-mal pro Minute ein und aus, Kinder sogar deutlich öfter, bis zu 25-mal in der Minute. Atmen ist eigentlich ein unbewusster Vorgang, der aber auch aktiv gesteuert werden kann. Sowohl Emotionen als auch körperliche Betätigung lassen den Atem schneller werden, während er im Ruhezustand oder Schlaf ruhig und gleichmäßig fließt. Mit jeder Ein- und Ausatmung setzen sich im Körper eine ganze Reihe von Funktionen in Gang, die dafür sorgen, dass der gesamte Organismus mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden kann.

[Translate to Deutsch (AT):] Veranschaulichung der Ein -und Ausatmung anhand anatomischer Infografik
Legende
  1. Luftröhre
  2. Brustkorb
  3. Zwischenrippenmuskeln o. Interkostalmuskulatur
  4. Lunge
  5. Bronchien
  6. Brustfell o. Pleura
  7. Zwerchfell

So hebt sich bei der Einatmung durch Nase oder Mund der Brustkorb an, das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskulatur werden angespannt, die Lunge dehnt sich aus, erzeugt somit einen Unterdruck und „saugt“ die Atemluft mit dem Sauerstoff aus der Umgebung an. Dieser wird durch die Luftröhre in die Lungen geleitet und dort bis in die kleinsten Verästelungen der Bronchien, die Bronchiolen und Lungenbläschen, in welchen der Gasaustausch stattfindet.

Bei der Ausatmung im Ruhezustand entspannt sich das Zwerchfell hingegen, der Brustraum verkleinert sich wieder, die Lungenflügel werden zurückgedrängt und die CO2-haltige Atemluft strömt infolge eines Überdrucks aus der Lunge, in den Rachen und schließlich über den Mund oder die Nase aus. Bei körperlicher Anstrengung entweicht die verbrauchte Luft stoßweise, während die Bauchmuskeln angespannt sind und so die Lunge zusammendrücken.

Husten – das Leitsymptom vieler Atemwegserkrankungen

Was sich häufig unangenehm anfühlt, mitunter schmerzhaft ist und sowohl trocken (unproduktiv) als auch verschleimt (produktiv) sein kann, ist eine wichtige Abwehrreaktion des Körpers: der Husten. Durch den Husten können – sofern er produktiv ist – krankmachende Erreger aus den Bronchien befördert werden. Bei festsitzendem Schleim oder auch trockenem Reizhusten sind die Bronchien dagegen einer andauernd starken Belastung ausgesetzt.

Erkrankungen der unteren Atemwege erschweren die Atmung

Die Bronchien sind (ebenso wie die Nase) mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Diese reicht bis in ihre kleinsten Verzweigungen, die Bronchiolen. Die Schleimhaut dient auch als Schutzschicht, welche unter anderem dazu da ist, kleinste Schmutz- und Staubpartikel und Krankheitserreger aufzufangen, die dann durch die Bewegung von Millionen von winzigen Flimmerhärchen zum Rachen weitergeleitet werden. Dort wird der Schleim entweder verschluckt bzw. abgehustet. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang.

Im Krankheitsfall verändert sich die Schleimhaut jedoch. Sie schwillt an, entzündet sich und bildet mehr zähen Schleim in den Atemwegen, der nun abgehustet werden muss, damit er sich nicht in den Bronchien festsetzt. Die natürliche Reinigungsfunktion ist dann teilweise nicht mehr gewährleistet.

Mukoziliäre Clearance: die Selbstreinigungsfunktion der Bronchien

Die natürliche Schleimbildung in den Bronchien dient unter anderem dem Auffangen von Fremdpartikeln und als Medium zum Abtransport. Der Begriff “mukoziliäre Clearance (MCC)” leitet sich aus dem Lateinischen und Englischen ab: lat. Mucus = Schleim, cilia = Flimmerhaar; engl.: clearance= Beseitigung, Klärung.

Die Flimmerhärchen (Zilien) sind mikroskopisch feine Fortsätze von Zellen im Epithel der Bronchien (Bronchialepithelzellen), die den Bronchialschleim mit darin gelösten oder daran anhaftend Partikeln in Richtung des Rachens transportieren können, damit er abgehustet werden kann.
 

Schematische Darstellung der Schleimhaut in den Bronchien
Aufbau der Bronchialschleimhaut

Inhalation – eine sanfte Therapieform bei Husten

Inhalation kann die natürliche Reinigungsfunktion der Bronchien sanft anregen und reaktivieren. Besonders bei den folgenden Atemwegserkrankungen hat sich das Inhalieren bei verschleimten Bronchien bewährt:

Eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Man unterscheidet zwischen einem allergischen Asthma (ausgelöst durch Allergene, z. B. Pollen oder Hausstaub) und nicht-allergischen Asthma (ausgelöst durch andere Reize, z. B. Infektionen). Die Bronchien sind entzündet, reagieren überempfindlich auf die auslösenden Reize und verengen sich, was bei den Betroffenen zu Hustenreiz, Engegefühl in der Brust und Atemnot führen kann.

Bei einem Asthmaanfall können ein keuchender Atem, Sprechschwierigkeiten, Niesen, eine laufende Nase, juckende Augen und ein kratzender Hals weitere Symptome sein.

Bei einer Bronchitis handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Bronchien, die zum Großteil durch Erkältungsviren ausgelöst wird und entweder akut auftreten oder chronisch verlaufen kann. Die Bronchitis ist gekennzeichnet durch einen hartnäckigen Husten, eine vermehrte (mitunter zähe) Schleimbildung in den Bronchien sowie erschwertes Luftholen und Atemnot oder auch Brennen hinter dem Brustbein.

Die Betroffenen fühlen sich müde und abgeschlagen, haben oftmals Fieber und Kopfschmerzen und leiden unter Druckgefühl in der Brust, Halsschmerzen und Heiserkeit.

Unter COPD (engl.: chronic obstructive pulmonary disease) werden Erkrankungen der unteren Atemwege zusammengefasst, bei denen sowohl die Bronchien (chronische Bronchitis) als auch im schlimmsten Fall das Lungengewebe (Lungenemphysem) betroffen sein können.

Rauchen, aber auch andere schädliche Umwelteinflüsse oder genetische Faktoren können die Entstehung einer COPD fördern. Die Symptome der COPD werden als „AHA“-Symptome bezeichnet, das steht für Auswurf, Husten und Atemnot. Hinzu kommt, dass Betroffene auch Schwierigkeiten haben, richtig ein- und auszuatmen, da die Bronchien verschleimt und verengt sind.

Unter Mukoviszidose (CF/zystische Fibrose) leiden in Deutschland schätzungsweise 8.000 Menschen. Dieser Krankheit liegt eine erbliche Stoffwechselstörung zugrunde, die den Salz-Wasser-Haushalt des Körpers stört und aufgrund einer Funktionsstörung bestimmter Drüsen vermehrt zäher Schleim produziert wird, der sich unter anderem in den Bronchien ablagert.

Neben vielen weiteren organischen Beeinträchtigungen ist die Mukoviszidose von einem chronischen Husten und starken Atembeschwerden gekennzeichnet. Betroffene einer zystischen Fibrose (CF) haben zudem ein höheres Risiko, an Lungenentzündungen zu erkranken oder Bronchiektasen zu entwickeln. Das sind angeborene oder aufgrund wiederholt auftretender Infektionen entstehende, sackartige Erweiterungen der Bronchien. In diesen Ausbuchtungen sammelt sich Schleim, der leichter von Bakterien besiedelt werden kann. Es können sich Entzündungen entwickeln, die - unbehandelt - im weiteren Verlauf zu chronischen Entzündungen des Bronchialgewebes führen können.

Bei Betroffenen der genannten Erkrankungen ist das Luftholen und Abhusten meist stark beeinträchtigt, daher sollte eine Inhalationstherapie in Betracht gezogen werden.

Warum sollte man zur Inhalationstherapie der unteren oder oberen Atemwege ein Inhalationsgerät verwenden?

Bei vielen Erkrankungen der Bronchien empfehlen sich Inhalationen. Durch diese Form der Behandlung gelangen die Wirkstoffe direkt in die Atemwege und die Lunge und können dort ihre volle Wirkung entfalten, ohne mitunter den Gesamtorganismus negativ zu beeinflussen. Um eine bestmögliche Tiefeninhalation zu erreichen, eignen sich elektrische Inhalationsgeräte, die die Inhalationslösung zu feinen Tröpfchen zerstäuben , denn nur kleine Lösungspartikel können per Einatmung bis in die Bronchien gelangen.

Der Grundsatz des Inhalierens bei Asthma, Bronchitis, chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Mukoviszidose ist z. B. das Einatmen von vernebelten Inhalationslösungen. Mithilfe eines geeigneten Inhalationsgeräts wird die Inhalationslösung in feinste Tröpfchen vernebelt und eingeatmet. Auf diese Weise können die Schleimhäute befeuchtet und der festsitzende Schleim verflüssigt werden, was es für Betroffene einfacher macht, ihn abzuhusten. Das Inhalieren spezieller Inhalationslösungen lindert die akuten Symptome der Erkrankung und lässt die Betroffenen besser durchatmen. Das fördert den Genesungsprozess.

Mögliche Ziele der Inhalationstherapie

  • Entzündungen hemmen
  • Schleim lösen
  • Atemwege stabilisieren, die Abtransportfunktion des Schleims anregen
  • Verkrampfungen der Bronchien lösen

Ob per Druckluft-, Ultraschall- oder Schwingmembrantechnologie: Welches Inhalationsgerät am besten für die vorliegende Atemwegserkrankung geeignet ist, hängt zum einen vom Schweregrad der Erkrankung, von der fachärztlichen Diagnose und zum anderen von der Fähigkeit des Patienten, das Gerät selbstständig zu bedienen ab. Das passende Inhaliergerät und je nach Erkrankung auch die geeignete Inhalationslösung sollte immer in enger Abstimmung mit dem behandelnden Lungenfacharzt gewählt werden.

Weg mit alten Töpfen!

Die klassische Art der Dampf-Inhalation mit Topf und Handtuch ist mit dem Natürlichen Emser Salz leider nicht effektiv, weil die Salzpartikel mit dieser Methode nicht verdampft werden. Das Salz bleibt im Topf zurück und gelangt nicht in die Atemwege.

Hier empfiehlt sich ein Inhalationsgerät, das die Emser® Inhalationslösung zu feinsten Partikeln vernebelt. So gelangen die Wirkstoffe des Natürlichen Emser Salzes® mit jedem tiefen Atemzug zu den erkrankten Bereichen in den unteren Atemwegen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.